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Allein erziehen - aber mit Unterstützung

Alleinerziehend in Brandenburg – Sie müssen nicht alles allein schaffen

Ein Kind allein zu begleiten, kann wunderschön, erfüllend und gleichzeitig herausfordernd sein. Vielleicht sind Sie schon lange alleinerziehend. Vielleicht ist Ihre Familie gerade erst durch eine Trennung, Scheidung oder den Tod des anderen Elternteils zu einer Ein-Eltern-Familie geworden. Vielleicht übernehmen Sie auch dann den größten Teil der Verantwortung, obwohl beide Eltern weiterhin Kontakt zum Kind haben.

Wie Ihr Familienalltag aussieht, ist ganz unterschiedlich. Und genau das ist in Ordnung.

In Brandenburg leben rund 105.000 Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil – darunter etwa 83.000 alleinerziehende Mütter und 22.000 alleinerziehende Väter. Sie sind damit keineswegs allein. (Ministerium für Soziales)

Zuletzt aktualisiert am: 17.08.2026

Beratungssituation für Eltern mit Baby
© KI-generiert

Wenn plötzlich vieles an Ihnen hängt

Alleinerziehend zu sein bedeutet häufig, viele Aufgaben gleichzeitig zu tragen: den Alltag organisieren, das Kind betreuen, arbeiten oder eine Ausbildung machen, Arzttermine im Blick behalten, Hausaufgaben begleiten, die Wohnung finanzieren und vielleicht zusätzlich mit einer Trennung oder schwierigen finanziellen Situation umgehen.

Manchmal fehlt einfach jemand, der sagt: „Ich übernehme das heute.“

Das kann anstrengend sein. Und es ist kein Zeichen dafür, dass Sie etwas falsch machen, wenn Ihnen die Situation gelegentlich zu viel wird.

Unterstützung anzunehmen ist keine Schwäche. Sie kann dabei helfen, den Familienalltag wieder leichter zu machen.

Welche Unterstützung gibt es?

In Brandenburg gibt es unterschiedliche Angebote. Welche Hilfe für Sie passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.

💶 Finanzielle Unterstützung

Wenn das Geld knapp ist, lohnt es sich, prüfen zu lassen, welche Leistungen Ihnen und Ihrem Kind zustehen können.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Kindergeld
  • Kinderzuschlag für Familien mit geringem oder mittlerem Einkommen
  • Wohngeld
  • Unterhaltsvorschuss, wenn der andere Elternteil den Kindesunterhalt nicht, nur teilweise oder nicht regelmäßig zahlt
  • Leistungen zur Bildung und Teilhabe, beispielsweise für bestimmte Kosten rund um Schule, Kita, Freizeit oder Mittagessen
  • Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts über das Jobcenter, wenn das Einkommen nicht ausreicht

Das Land Brandenburg weist ausdrücklich auf dieses breite Spektrum finanzieller Hilfen hin.

https://familienportal.brandenburg.de/fpb/de/meine-lebenslage/trennung-und-scheidung/hilfen-fuer-alleinerziehende/

Unterhaltsvorschuss – wenn Unterhalt ausbleibt

Wenn der andere Elternteil den vereinbarten oder gesetzlich geschuldeten Unterhalt nicht oder nicht regelmäßig zahlt, kann Unterhaltsvorschuss eine wichtige Unterstützung sein.

Der Antrag wird bei der zuständigen Unterhaltsvorschussstelle gestellt. In Brandenburg gelten seit 2026 beispielsweise monatliche Beträge von 227 Euro für Kinder bis fünf Jahre, 299 Euro für Kinder von sechs bis elf Jahren und 394 Euro für Kinder von zwölf bis 17 Jahren. Die konkrete Anspruchsvoraussetzung sollte immer individuell geprüft werden.

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie Anspruch haben? Fragen Sie trotzdem nach. Eine Beratung kann klären, welche Möglichkeiten für Ihre Familie bestehen.

🏠 Familienzentren: Hilfe, Beratung und Begegnung

Manchmal braucht es gar keine große Maßnahme, sondern zunächst jemanden, der zuhört, mitdenkt und weiß, wo es weitergehen kann.

Familienzentren können genau dafür eine gute Anlaufstelle sein. Dort gibt es unter anderem Beratung, offene Treffs, Kurse und Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen. Die Angebote richten sich ausdrücklich an Familien in unterschiedlichen Lebenssituationen – darunter auch Alleinerziehende. In Oder-Spree werden derzeit 11 Familienzentren durch den Landkreis und die jeweilige Kommune gefördert.

Vielleicht möchten Sie andere Eltern kennenlernen. Vielleicht suchen Sie eine Krabbelgruppe, einen Eltern-Kind-Treff oder einfach einen Ort, an dem Sie mit Ihrem Kind willkommen sind.

Auch dafür sind Familienzentren da.

🤝 Beratung bei Trennung und familiären Konflikten

Eine Trennung verändert vieles – für Eltern und Kinder. Fragen zum Umgang, zur Betreuung, zum Unterhalt oder zur gemeinsamen Verantwortung können schnell belastend werden.

Hier können beispielsweise Erziehungs- und Familienberatungsstellen, Jugendämter, Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände oder spezialisierte Beratungsangebote für Alleinerziehende weiterhelfen.

Sie müssen nicht erst warten, bis ein Problem groß geworden ist.

Ein Beratungsgespräch kann auch dann sinnvoll sein, wenn Sie einfach wissen möchten:

„Wie können wir unseren Alltag als Familie besser organisieren?“

👥 Austausch mit anderen

Manchmal hilft vor allem das Gefühl: „Andere kennen das auch.“

Der Austausch mit anderen Alleinerziehenden kann entlasten, praktische Tipps geben und neue Kontakte ermöglichen. In Brandenburg engagiert sich beispielsweise SHIA e. V. – Selbsthilfegruppen Alleinerziehender für die Interessen und Unterstützung von Alleinerziehenden.

Auch Elterncafés, Familienzentren, Krabbelgruppen, Freizeitangebote oder Begegnungstreffs können Möglichkeiten sein, Kontakte zu knüpfen.

💼 Beruf und Familie miteinander verbinden

Arbeit, Ausbildung oder Weiterbildung und die Betreuung eines Kindes miteinander zu vereinbaren, ist nicht immer einfach.

In Brandenburg gibt es Unterstützungsangebote, die beispielsweise bei der Suche nach Kinderbetreuung helfen oder berufliche Perspektiven stärken. Für bestimmte Gruppen von Alleinerziehenden bestehen auch Angebote zur Integrationsbegleitung und beruflichen Unterstützung.

Und auch hier gilt: Sie müssen nicht bereits wissen, welche Leistung oder welches Programm das richtige ist. Eine Beratungsstelle kann gemeinsam mit Ihnen schauen, was zu Ihrer Situation passt.

❤️ Wenn es finanziell oder persönlich gerade sehr schwierig ist

Manchmal reichen die üblichen Leistungen nicht aus. Eine besondere finanzielle Notlage kann beispielsweise durch Arbeitslosigkeit, Krankheit, Überschuldung oder andere schwierige Lebenssituationen entstehen.

In solchen Fällen kann unter bestimmten Voraussetzungen die Stiftung „Hilfe für Familien in Not – Stiftung des Landes Brandenburg“ unterstützen. Sie richtet sich ausdrücklich auch an alleinerziehende Frauen und Männer. Eine Antragstellung erfolgt nach vorheriger Beratung durch geeignete Beratungsstellen.

Hilfe anzunehmen darf leicht sein

Vielleicht kennen Sie den Gedanken:

„Andere haben es noch schwerer.“

Oder:

„Ich muss das doch alleine schaffen.“

Aber Unterstützung ist kein Wettbewerb.

Sie müssen nicht erst völlig erschöpft sein, bevor Sie sich Hilfe holen. Manchmal reicht schon eine kleine Unterstützung, damit der Alltag wieder besser funktioniert.

Sie kennen Ihre Familie am besten. Sie entscheiden, was für Sie passt.

Und wenn Sie gerade nicht wissen, wo Sie anfangen sollen: Sprechen Sie eine Familienberatungsstelle, ein Familienzentrum, das Jugendamt oder eine andere vertraute Anlaufstelle an. Gemeinsam lässt sich herausfinden, welche Unterstützung zu Ihrer Situation passt.

Ein erster Schritt kann ganz einfach sein:

„Ich brauche gerade Unterstützung und weiß noch nicht genau, welche.“

Mehr müssen Sie für ein erstes Gespräch nicht wissen.

Wichtig zu wissen

Die genannten Leistungen und Angebote hängen von Ihrer persönlichen Situation ab. Voraussetzungen, Zuständigkeiten und Leistungsbeträge können sich ändern. Lassen Sie deshalb immer individuell prüfen, welche Ansprüche für Sie und Ihr Kind bestehen.

Alleinerziehend zu sein bedeutet nicht, alles allein schaffen zu müssen.
Es bedeutet vor allem: Sie tragen Verantwortung – und dürfen dabei Unterstützung bekommen.

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